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Mellnsdorf – Die Kirche gehört zum Dorf

Mellnsdorf von Jürgen Würtele

Mellnsdorf – angelegt von Süd nach Nord mit den jeweiligen Dorfteichen am Ende des Ortes – wurde als „Melmstorp“ erstmals 1356 urkundlich erwähnt; von „Melmestorff“ war 1528 in einer weiteren Urkunde zu lesen. Der Name enthält vermutlich einen slawischen Personennamen.  Zwei Kilometer südwestlich des Dorfes befindet sich ein vorgeschichtliches Urnengräberfeld.
Um 1500 gehörte Mellnsdorf zum Amt Zahna. Dem regierenden Kurfürsten Friedrich dem Weisen wurden 1513 alle übrigen Flämingdörfer zum Amt Wittenberg geführt.
Mellnsdorf war vom 30-jährigen Krieg besonders hart betroffen; 1638 war ein Großteil der Gebäude abgebrannt.
Südlich von Mellsndorf befand sich eine sogenannte Wüstung – ein eingegangenes Dorf namens Proggendorf, auch Poppendorf oder Buggendorf geschrieben.
Am Südende des Dorfplatzes befindet sich die Kirche, ein spätromanischer Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert. Vermutlich seit dem Spätmittelalter ist sie Tochterkirche von Blönsdorf. Als 1583 einer der Giebel einzustürzen drohte, war die Gemeinde zu arm für eine Ausbesserung. Eine grundlegende Renovierung der Kirche erfolgte 1891. Durch den damaligen Generalsuperintendenten aus Magdeburg wurde sie im März 1892 eingeweiht.
Durch starke Bauschäden ist eine Nutzung seit einigen Jahren nicht mehr möglich. Deshalb gründeten die rund 80 Mellnsdorfer 2005 einen Förderverein zum Erhalt ihrer ruinösen Dorfkirche und wagten sich an die Sanierung derselben. Je nach Baufortschritt fanden Benefizveranstaltungen mit Spendensammlungen statt: Schauspieler des theaters 89, Blönsdorfer Grundschüler oder Bläser aus Marzahna traten auf.
Dank des unermüdlichen Engagements der Fördervereinsmitglieder und mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Landeskirche, des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse konnten die Dächer der Apsis sowie die Kirchenfenster bereits saniert werden. Die Arbeiten gehen konzentriert weiter, Ende Oktober 2007 soll Richtfest sein.
Seit 1910 gibt es in Mellnsdorf eine zentrale Wasserversorgung, 1920 wurde der Ort an das Stromnetz angeschlossen. Durch die Republikflucht einiger Bauern vor dem 17. Juni 1953 wurden die Örtlichen Landwirtschaftsbetriebe gegründet, ab 1959 gab es die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. Die Straße nach Blönsdorf wurde 1971 ausgebaut.
1750 wird erstmals der Windmüller Martin Krüger erwähnt. Heute ist die Mellnsdorfer Bockwindmühle ein lohnendes Reiseziel für Mühlenliebhaber. Sie ist vollständig mit Mahltechnik ausgestattet, es gibt Interessantes über das traditionelle Handwerk zu erfahren.
1883 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr machten Mellnsdorf 2007 über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Sie wurden Kreismeister in der Disziplin „Löschangriff Nass“ im Landkreis Teltow-Fläming und nahmen an der Landesmeisterschaft teil.

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