Bochow – Mit halber Lunge
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Bochow geht auf das Jahr 1186 zurück.
Der Ortsname stammt aus der Zeit, als sich die Slawen in der Nutheniederung sesshaft machten und bedeutet „fruchtbares Feld“ bzw. „Gottesfeld“.
Bochow war bis zur Reformation ein Klosterdorf und hatte Abgaben an das Nonnenkloster „Zum Heiligen Kreuz“ in Jüterbog zu leisten. Aus alten Unterlagen ist zu lesen, dass „die Nonnen der Liebfrauenkirche aus dem reichen Bochow den Zehnt“ bezogen.
Über die Häuser von Bochow ragt seit Mitte des 19. Jahrhunderts der ca. 43 m hohe Kirchturm heraus. Nachdem der alte abgebrannt war, hatten die Bochower dieses beeindruckende Bauwerk als Zeichen ihres Reichtums errichtet. Der Kirchturm gehört zur spätgotischen Feldsteinkirche, die als einzige in der Gemeinde Niedergörsdorf über ein Kreuzgewölbe verfügt.
1738 wurde die erste Orgel eingebaut, welche die Gemeindeglieder 1912 durch eine neue ersetzten. Ihr Zustand verschlechterte sich nach der Wende zunehmend, so dass der Gemeindekirchenrat 2002 einen Spendenaufruf herausgab. Ihm folgten Private, Kirche und Gemeinde, so dass die Orgel am 07.10.2007 mit einem Festgottesdienst feierlich wieder eingeweiht werden konnte.
Die Anlage in Bochow wird als Straßenangerdorf bezeichnet. Früher gab es für einige Teile besondere Namen, so das „Mellerenge“ (Müllerende, denn in Bochow standen 2 Mühlen“ oder das „Pulenge“ (Pulende). Letzteres verdankt seinen Namen dem großen Dorfteich, welcher aufgrund seiner Lage den Durchreisenden verborgen bleibt. Alle zwei Jahre ist er jedoch nicht zu verfehlen und seine Beschaulichkeit wird vom „Bochower Brühtrogrennen“ unterbrochen. Dann gilt es – jeweils zu zweit und ausgerüstet mit Reißigbesen, die die Funktion von Paddeln übernehmen – möglichst schnell und vor allem trocken ans andere Ufer zu gelangen.
Vergnügen und gute Laune sind auch alljährlich im Januar zur Fastnacht angesagt. Daneben sorgen die Bochower Landfrauen, die Freiwillige Feuerwehr, der Billardclub „Frischauf“, die Fußballer und natürlich der für ausgelassene Stimmung bekannte Bochower Männerchor „Halbe Lunge“ für ein abwechslungsreiches Dorfgemeinschaftsleben mit vielen Gästen aus nah und fern.
Bochow hat 320 Einwohner. Die stadtnahe, ruhige Lage macht das Dorf für Eigenheimbauer interessant.



